Claude findet kritische Linux-Kernel-Schwachstelle und baut Remote-Root-Exploit

Anthropic hat am 27. Oktober 2026 eine Studie veröffentlicht, in der das Unternehmen angibt, dass ein internes, noch nicht öffentliches Claude-Forschungsmodell Fehler in weit verbreiteter Software gefunden und fünf funktionierende Exploit-Ketten gebaut hat, darunter eine für den Linux-Kernel. Der schwerwiegendste Fall ist laut Unternehmen eine Schwachstelle, die es einem entfernten Angreifer ohne Anmeldung und ohne Nutzerinteraktion ermöglichen würde, Befehle als Root auf Servern mit einem Multipath-TCP-Listener (MPTCP) auszuführen.

Was die Schwachstelle ist

Die Schwachstelle ist CVE-2026-98432, eine Race Condition, die zu einem Use-after-free im Netzwerk-Stack des Kernels führt. Einfach ausgedrückt: Beim Aufbau einer IPv4-TCP-Verbindung kann der Kernel die IP-Optionen einer anhängigen Anfrage ohne Kopie an den neuen Socket übergeben. Wenn ein anderer Prozessor dieselben Optionen nutzt, um auf eine erneut gesendete Anfrage zu antworten, und der Kind-Socket vorher freigegeben wird, kann der Kernel bereits freigegebenen Speicher lesen.

Wie der Exploit funktionieren würde

Laut Anthropic funktioniert der Exploit in zwei Schritten. Zuerst lässt die Race Condition den Kernel zusätzliche Bytes zurückgeben, und eine dieser Antworten kann einen Kernel-Zeiger enthalten, was hilft, KASLR, die Randomisierung des Kernel-Adresslayouts, zu umgehen. Danach wird dieselbe Schwachstelle genutzt, um einen Callback-Zeiger zu überschreiben und einen Befehl als Root auszuführen. Im Proof of Concept des Unternehmens dauerte das Leaken des Zeigers etwa 48 Minuten und die Befehlsausführung etwa 5 Minuten. Ein fehlgeschlagener Versuch, so Anthropic, bricht nur diesen Handshake ab, ohne die Maschine zum Absturz zu bringen, was weitere Versuche ermöglichen würde.

Der offene Punkt: MPTCP

Ein offener Punkt muss klar gesagt werden. Der öffentliche CVE-Eintrag und der Kernel-Fix erwähnen laut Prüfung durch The Hacker News kein MPTCP. Die Verbindung zwischen der Schwachstelle und einem MPTCP-Listener stammt aus der Veröffentlichung von Anthropic. Red Hat wiederum sagt, ein entfernter Angreifer, der einen exponierten TCP-Dienst erreichen kann, könnte die Race Condition auslösen, doch der von Anthropic beschriebene Root-Exploit zielte auf Server mit MPTCP-Listener. Mit anderen Worten: Die Existenz der Schwachstelle und der Fix sind dokumentierte Fakten; der genaue Weg des Root-Exploits ist bisher ein Bericht von Anthropic.

Fix und abweichende Bewertungen

Das CVE-Team des Kernels bewertet CVE-2026-98432 mit 9,8, kritisch. Die Distributionen unterscheiden sich, vor allem bei der Angriffskomplexität: Red Hat vergab 5,9 auf seiner CVE-Seite und 8,1 in seiner Advisory-Datei, während Amazon 7,0 und Oracle und SUSE 8,1 vergaben. Der Upstream-Fix verzögert die Freigabe der betroffenen Objekte bis nach einer RCU-Grace-Periode, damit parallele Leser ihre Arbeit beenden können. Zu den genannten korrigierten Versionen gehören 5.10.272, 5.15.223, 6.1.190, 6.6.159, 6.12.113, 6.18.56, 7.2.10 und 7.3-rc7.

Distributionen und was zu tun ist

Bis zum 30. Oktober hatten laut Berichterstattung Debian, Oracle Linux, SUSE und Amazon Linux bereits korrigierte Pakete für zumindest einen Teil ihrer Kernel, während Ubuntu und Red Hat Enterprise Linux noch keine korrigierten Kernel veröffentlicht hatten. Für Go-Nutzer gibt es ein zusätzliches Detail: Seit Go 1.24 nutzen Go-Programme MPTCP standardmäßig auf lauschenden Sockets, und das Go-Sicherheitsteam nennt GODEBUG=multipathtcp=0 als gezielte Minderung, hält es aber für fragil, sich allein darauf zu verlassen. Die zentrale Empfehlung bleibt dieselbe: auf einen gepatchten Kernel aktualisieren.

Kontext und Grenzen

Die Arbeit war Teil einer koordinierten Offenlegung: Anthropic gibt an, die Fehler vor der Veröffentlichung an die Anbieter gemeldet zu haben und dass alle zum Zeitpunkt der Ankündigung behoben waren. In derselben Studie nennt das Unternehmen 62 Chrome-CVEs, die ab Chrome 156 behoben wurden. Anthropic veröffentlichte weder den Exploit-Code noch die genaue Kernel-Version oder die getestete Konfiguration, so The Hacker News. Bis zum 29. Oktober gab es keinen Beleg für eine Nutzung der Schwachstelle in realen Angriffen, und sie tauchte in einer am 28. Oktober aktualisierten Kopie des Known-Exploited-Vulnerabilities-Katalogs der CISA nicht auf.

Bildnachweis: The Hacker News, Illustration aus dem Artikel über die Linux-Kernel-Schwachstelle.

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Quellen

Transparenz: Dieser Text wurde mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt, auf Grundlage des Abgleichs öffentlicher Beiträge und der oben genannten Internetquellen. Aussagen, die Anthropic zugeschrieben werden, sind Berichte des Unternehmens, als solche gekennzeichnet, und nicht als unabhängige Bestätigung zu lesen. Konsultieren Sie die Originalquellen, bevor Sie technische Entscheidungen treffen.

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