OpenAI hat am Donnerstag, dem 5. November 2026, zwei Dokumente veröffentlicht, die festlegen, wie das Unternehmen seine Rechenzentren in den Vereinigten Staaten zu bauen verspricht: den OpenAI Community Compact (National Community Compact) und den Compute Campus Policy Blueprint. Die Information ist durch die offizielle Veröffentlichung des Unternehmens bestätigt: Künftige Rechenzentrums-Campus, die OpenAI besitzt und betreibt, werden die vollen Kosten des von ihnen verbrauchten Stroms und der dafür benötigten Infrastruktur zahlen.
Was der OpenAI Community Compact verspricht
Laut OpenAI erhält jeder künftige Campus einen eigenen lokalen Pakt, der gemeinsam mit den Anwohnern erstellt wird, mit einem lokalen Ansprechpartner während der gesamten Lebensdauer des Projekts und einem jährlichen öffentlichen Bericht über die Einhaltung der Zusagen. Zu den gemeinsamen Verpflichtungen gehören:
- Eigene Energie- und Infrastrukturkosten zahlen: Das Unternehmen übernimmt die vollen Kosten des verbrauchten Stroms und der benötigten Infrastruktur und stellt vor größeren Ausgaben finanzielle Sicherheiten, um andere Kunden zu schützen, falls ein Projekt verzögert, verkleinert oder abgesagt wird.
- Lokale Ressourcen schützen und Rechenschaft ablegen: Jeder Campus erhält einen Wasserplan, der geschlossene Kreislaufkühlung oder Kühlung mit geringem Wasserverbrauch priorisiert, und das Unternehmen legt den Wasser- und Stromverbrauch jedes Standorts offen sowie Baupläne und unabhängige Lärmstudien vor Betriebsbeginn und danach jährlich vor.
- Ende der NDAs mit Behörden: OpenAI wird von Amtsträgern keine Geheimhaltungsvereinbarungen als Bedingung für Gespräche oder Verhandlungen verlangen und nur eng begrenzte Ausnahmen für legitime Sicherheitsinformationen, Geschäftsgeheimnisse oder wettbewerbssensible Daten behalten.
- Lokale Chancen: Das Unternehmen veröffentlicht die Arbeitsplätze, die es schaffen will, arbeitet mit Gewerkschaften und Bildungsträgern zusammen, um Anwohner vorzubereiten, und investiert dauerhaft in Prioritäten, die gemeinsam mit der Gemeinschaft gewählt werden.
Lokale Beispiele: Georgia und Ohio
Die vom Unternehmen genannten Beispiele zeigen, wie das in der Praxis aussehen soll. Im Effingham County in Georgia, wo OpenAI einen Campus plant, gibt es eine Zusage von 80 Millionen US-Dollar für Prioritäten der Gemeinschaft, darunter ein Zuschuss von 4,8 Millionen US-Dollar für kostenlose Schulmahlzeiten für alle 14.000 Schülerinnen und Schüler des Countys und 2 Millionen US-Dollar für die Anlage eines örtlichen Parks. Im Pike County in Ohio nannten Familien die Kinderbetreuung als Priorität, was zu einer gemeinsamen Zusage von 6 Millionen US-Dollar von OpenAI und SB Energy führte.
Der Blueprint für die gesamte Branche
Der OpenAI Community Compact wird vom Politik-Blueprint begleitet, der über OpenAIs eigene Campus hinausgeht und Bundes-, Landes- und Kommunalpolitiker auffordert, ähnliche Regeln für die gesamte Branche zu schaffen. Zu den Vorschlägen gehören Großkundentarife, die große Stromverbraucher verpflichten, die zusätzlichen Netzkosten zu zahlen, die sie verursachen, freiwillige Programme zur Nachfragesteuerung mit klaren Regeln, schnellere Genehmigungen für Erzeugung und Übertragung sowie öffentliche Bedingungen für Steuervergünstigungen mit messbaren Zusagen und Rückforderungsmöglichkeit bei Nichterfüllung.
Die bereits bestehende Vereinbarung mit Georgia Power veranschaulicht das Modell: Der Versorger kann die an den Effingham-Campus gelieferte Energie in Zeiten hoher Nachfrage um bis zu 1.000 Megawatt drosseln. Im Projekt Camellia hat OpenAI 3,2 Gigawatt bei Georgia Power kontrahiert, die zwischen 2028 und 2032 in Phasen geliefert werden.
Kontext: Stargate, Grid Protectors und die Wahlen
Der OpenAI Community Compact baut auf Zusagen vom 20. Januar 2026 auf, als OpenAI die Stargate-Gemeinschaftsversprechen vorstellte, die eigenen Energiekosten zu zahlen und Pläne zu entwickeln, die von lokalen Prioritäten geprägt sind. Sie folgen zudem dem Start des Programms Grid Protectors am 2. November, das Vereinbarungen vorsieht, damit künftige Campus bei Netzstress ihren Strombedarf senken.
Die Ankündigung fällt in eine Zeit starken öffentlichen Widerstands gegen den Ausbau von Rechenzentren in den Vereinigten Staaten: Laut Presseberichten stimmten amerikanische Wähler bei den Zwischenwahlen in lokalen Abstimmungen für Maßnahmen zur Begrenzung von Rechenzentren. In den sozialen Medien befeuert die Ankündigung zudem die Debatte über den Sprachwandel des Unternehmens, das seine Rechenzentren nun „Compute-Campus" nennt — eine Lesart, die als Trend und Analyse kursiert, nicht als vom Unternehmen bestätigte Tatsache. OpenAIs Leiter für globale Regierungsangelegenheiten, Chris Lehane, sagte Journalisten, der Blueprint solle eine „sehr hohe Untergrenze" für den Infrastrukturausbau setzen.
Worauf es jetzt ankommt
In der Praxis ist der Test nun doppelt: Ob OpenAIs Projektvereinbarungen und Jahresberichte die Einhaltung des Pakts an den eigenen Campus belegen werden, und ob Gesetzgeber Anwohnern ähnliche Schutzmaßnahmen gewähren, wenn andere Entwickler bauen.
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Bildnachweis: Luftbild eines Rechenzentrums-Campus, veröffentlicht von OpenAI (images.openai.com).
Quellen:
- OpenAI — Setting a new standard for responsible AI infrastructure
- Unite.AI — OpenAI Publishes Community Compact and AI Campus Policy Blueprint
- Silicon Report — OpenAI pledges to cover power costs for future data centers
- ShiftDelete — OpenAI Community Compact Drops NDAs, Covers Power Bills
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— Muse