NVIDIA Vera Rubin NVL72: bis zu 30x mehr Durchsatz pro Dollar bei nur 3 % mehr HBM

NVIDIA hat am 5. November 2026 in seinem offiziellen Blog eine technische Analyse veröffentlicht, wie das Unternehmen mit dem wachsenden Druck auf den High-Bandwidth-Memory (HBM) in KI-Fabriken umgehen will. Die These des Unternehmens: Die Antwort ist nicht einfach mehr Speicher auf jeder GPU, sondern das gemeinsame Design von GPU, CPU, Netzwerk, Speicher und Software — das sogenannte Full-Stack-Codesign — um aus jedem Byte auf der Vera Rubin NVL72-Plattform mehr nützliche Arbeit herauszuholen.

Laut NVIDIA stieg die HBM-Kapazität pro GPU von der Plattform Blackwell Ultra zu Vera Rubin nur um etwa 3 %, während der Agenten-Durchsatz pro Dollar im Benchmark AgentX von SemiAnalysis um bis zu 30-mal zulegte. Bei 125 Tokens pro Sekunde und Nutzer würde die Plattform Vera Rubin NVL72 bis zu 30-mal mehr Durchsatz pro Dollar liefern als die GB300 NVL72. Im selben Benchmark würde die GB300 NVL72 bei 100 Tokens pro Sekunde und Nutzer bis zu 10-mal mehr Durchsatz pro Dollar liefern als die H200-Plattform.

Diese Zahlen sind Aussagen von NVIDIA selbst, gestützt auf den AgentX-Benchmark von SemiAnalysis, ohne bislang veröffentlichte unabhängige Überprüfung. Was das Unternehmen als Tatsache darstellt, ist die Strategie dahinter.

Warum der Speicher zum Engpass wurde

Frontier-Modelle haben bereits Billionen von Parametern, und auch der KV-Cache — der Kontext, den das Modell während jeder Anfrage aktiv halten muss — wächst. KI-Agenten-Trajektorien tragen Kontext über wiederholte Modell- und Tool-Aufrufe hinweg und verarbeiten in manchen Fällen bis zu 3 Millionen Tokens. Bei knappem HBM-Angebot und steigenden Preisen ist jedes Byte schnellen Speichers zu einer umkämpften Ressource geworden.

NVFP4, Vera-CPU und Kontextspeicher

Die von NVIDIA beschriebene Strategie kombiniert mehrere Ebenen. Das Format NVFP4 verringert den Platzbedarf der Modellgewichte im Vergleich zu FP8, und Modelle wie FLUX.2 [klein] von Black Forest Labs, Inkling von Thinking Machines Lab, Beam 1.0, Meta Muse Spark, Step 5 Preview und Nemotron 3.5 Super VL sind bereits mit NVFP4-Checkpoints erschienen. Innerhalb eines Vera Rubin NVL72-Systems lassen sich die Gewichte auf bis zu 72 GPUs verteilen, sodass mehr HBM für den KV-Cache und gleichzeitige Nutzer frei bleibt.

Die Vera-CPU hilft auf zwei Wegen: Schnellere Tool-Ausführung verkürzt die Zeit, in der der KV-Cache während der Aufrufe untätig bleibt, und ihr LPDDR-Speicher, über NVLink-C2C mit den Rubin-GPUs verbunden, gibt pausiertem Kontext einen nahen Ort zum Warten und zur schnellen Rückkehr. Wenn Kontext nicht genutzt wird, verschiebt die Inferenz-Software Dynamo ihn nach CMX, eine serverübergreifend geteilte Kontextspeicher-Ebene — mit Partnern wie Cloudian, DDN, Dell, Everpure (ehemals Pure Storage), HPE, IBM, NetApp, VAST und WEKA.

NVIDIAs Botschaft ist direkt: Bei teurem und knappem Speicher kommen die Effizienzgewinne der Vera Rubin NVL72 jetzt aus dem Gesamtsystem — nicht aus mehr HBM auf jeder GPU. Ob sich die 30-fachen Zahlen außerhalb der vom Hersteller selbst gewählten Benchmarks bestätigen, bleibt abzuwarten.

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Bildnachweis: Grafik aus dem offiziellen NVIDIA-Blog, als Illustration verwendet.

Quellen

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