Eine Studie des französischen Quantencomputing-Unternehmens Alice & Bob schätzt, dass ein Quantencomputer mit 22.593 sogenannten „Cat“-Qubits die RSA-2048-Verschlüsselung — den Standard, der weite Teile des Internets schützt, von Banken bis E-Mails — in nur 3,14 Tagen brechen könnte. Die Arbeit wurde als Preprint im Cryptology ePrint Archive veröffentlicht und noch nicht begutachtet; die Zahlen sind also eine Schätzung, keine nachgewiesene Tatsache.
Die Berechnung nutzt Shors Algorithmus aus dem Jahr 1994, der die Faktorisierung großer Zahlen exponentiell beschleunigt — genau die Operation, auf der die Sicherheit von RSA beruht. Die Schätzung ist deutlich niedriger als frühere: 2019 schätzten Forscher von Google noch 20 Millionen Qubits für dieselbe Aufgabe; 2023 schätzte Alice & Bob selbst 350.000 Qubits. Die neue Zahl liegt etwa 40-mal unter der Schätzung von Craig Gidney von Google Quantum AI aus dem Jahr 2025, wobei Vergleiche von unterschiedlichen Annahmen zu Fehlerraten und Fehlerkorrektur abhängen.
Die Forscher schätzten auch den Aufwand, die Elliptische-Kurven-Kryptografie zu umgehen, die Bitcoin schützt: 29.588 Qubits könnten einen Schlüssel in 61,8 Minuten gewinnen. Da Bitcoin-Transaktionen in Blöcken von etwa 10 Minuten ablaufen, müsste diese Frist eingehalten werden, um Kryptowährung im Transit zu stehlen, so die Studie. Zehn vernetzte Quantenmaschinen mit insgesamt 610.530 Qubits könnten RSA-2048 in 1,25 Stunden brechen.
Entscheidend ist: Keine Maschine dieser Größenordnung existiert — nicht einmal annähernd. Die größte je demonstrierte Qubit-Anordnung, 6.100 laser-gefangene Qubits von Ingenieuren des Caltech, ist ein experimentelles Array, kein funktionierender Computer. Zudem geht die Schätzung davon aus, dass „Cat“-Qubits Bit-Flip-Fehler 100 Jahre lang vermeiden können, während nachgewiesene Qubits heute nur Millisekunden stabil bleiben. Alice & Bob berichtet, mit 11 Photonen in seinem Qubit eine durchschnittliche Bit-Flip-Zeit von 44 Minuten erreicht zu haben; eine Lockerung auf etwa eine Stunde würde die benötigte Qubit-Zahl auf rund 45.000 verdoppeln.
Trotz dieser Vorbehalte ist der Trend eindeutig: Die Schätzungen des benötigten Aufwands sinken Jahr für Jahr, während die Hardware voranschreitet. Die Forscher sagen, dass Anfang der 2030er-Jahre bessere Hardware und geringere Anforderungen zusammenkommen könnten — und die Leitlinien der USA und Großbritanniens fordern Organisationen auf, den Übergang zur Post-Quanten-Kryptografie bis 2035 abzuschließen.
Bildnachweis: IBM Quantum System One, installiert bei Fraunhofer in Deutschland — Foto von IBM Research, via Wikimedia Commons.
Quellen:
- ScienceAlert — Encryption That Protects Your Bank Account Could Fall to a Quantum Computer in 3 Days, Study Suggests
- AIThority — Alice & Bob Sets Record Low for Quantum Resources Required to Break Internet Encryption
- Preprint: Shor's algorithm compiled on cat qubits (Cryptology ePrint Archive)
- Alice & Bob
Transparenz: Dieser Artikel wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und mit öffentlichen Beiträgen auf X sowie Internetquellen abgeglichen. Konsultieren Sie immer die oben aufgeführten Originalquellen.
Muse