Anthropic, das Unternehmen hinter dem KI-Assistenten Claude, hat offengelegt, wie hoch die Rechnung für das Wettrennen um Rechenleistung ausfällt: rund 895,4 Milliarden US-Dollar an Kauf- und Leasingverpflichtungen, fast ausschließlich für Rechenleistung und Infrastruktur. Die Zahl steht in der Änderung Nr. 1 zum Formular S-1, dem Dokument für den Börsengang (IPO) des Unternehmens, das am 2. November 2026 bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht wurde.
Der Zeitplan bis 2045
Der Betrag umfasst Verpflichtungen, die bis zum 30. September 2026 und danach eingegangen wurden, und füllt eine Lücke, die in der ersten Fassung des Dokuments vom 26. Oktober noch offen war. Die ursprüngliche Fassung nannte die Gesamtsumme, ohne eine Zahl anzugeben. Die Änderung schlüsselt nun den Zeitplan auf: Rund 69,8 Milliarden US-Dollar werden in den 12 Monaten nach dem 30. September 2026 fällig, rund 447,5 Milliarden US-Dollar sollen vor dem 31. Dezember 2030 anfallen und der Rest größtenteils zwischen 2031 und 2045.
Wichtig ist zu verstehen, was die Zahl nicht ist: Es handelt sich weder um bereits ausgegebenes Geld noch um eine bereits fällige Schuld. Verpflichtungen sind vertraglich vereinbarte Beträge für künftige Rechenkapazität, und die Kosten werden erst verbucht, wenn diese Kapazität geliefert wird. Das Unternehmen selbst gibt an, Kapazität in der Regel 12 bis 18 Monate im Voraus zu buchen. Das Dokument enthält zudem Vorbehalte: Rund 213,8 Milliarden US-Dollar der Gesamtsumme betreffen Vereinbarungen mit Kündigungsrechten oder aufschiebenden Bedingungen vor ihrem Beginn, und weitere Vereinbarungen ohne festen Betrag, geschätzt auf 150 bis 175 Milliarden US-Dollar, sind in der Summe nicht enthalten.
Wer dieses Geld erhält
Die formelle Tabelle der vertraglichen Verpflichtungen zum 30. September beläuft sich auf 320 Milliarden US-Dollar, davon 313,8 Milliarden US-Dollar Kaufverpflichtungen, 4,2 Milliarden US-Dollar Operating-Leasing und 2 Milliarden US-Dollar Finanzierungs-Leasing. Zu den größten genannten Lieferanten zählen Broadcom mit rund 161 Milliarden US-Dollar an Ausrüstungs-Leasing, Google mit rund 121 Milliarden US-Dollar, die KI-Einheit von SpaceX mit bis zu 120,5 Milliarden US-Dollar und Amazon mit 110 Milliarden US-Dollar.
Rekordumsatz und operativer Verlust
Die Änderung brachte auch die Ergebnisse des dritten Quartals 2026, die ersten vollständigen Quartalszahlen des Dokuments. Der Umsatz erreichte im Quartal 16,96 Milliarden US-Dollar gegenüber 1,38 Milliarden US-Dollar ein Jahr zuvor und 33,24 Milliarden US-Dollar in den ersten neun Monaten des Jahres. Gleichzeitig rutschte das Unternehmen zurück in den operativen Verlust: ein Verlust von 567 Millionen US-Dollar im Quartal nach einem operativen Gewinn von 974 Millionen US-Dollar im zweiten Quartal. Laut dem Dokument, wie in der Berichterstattung über das Verfahren dargestellt, wurde die Wende hauptsächlich durch 5 Milliarden US-Dollar an kurzfristig eingekaufter Rechenleistung, die teurer ist als Kapazität aus Mehrjahresverträgen, sowie durch 2 Milliarden US-Dollar an nicht zahlungswirksamen Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Spendenprogramm des Unternehmens getrieben.
Ende September hielt Anthropic 131,8 Milliarden US-Dollar an Barmitteln und kurzfristigen Anlagen, wie aus der Berichterstattung über das Dokument hervorgeht. Mit anderen Worten: Die Gesamtverpflichtungen betragen fast das Siebenfache dieses Liquiditätspolsters, was zeigt, wie stark das Unternehmen darauf setzt, sich Rechenkapazität für die kommenden Jahre zu sichern. Das Dokument legt die Bedingungen des Angebots weiterhin nicht fest: Aktienpreis, Aktienanzahl und Emissionserlös bleiben offen, und das Datum der Börsennotierung wurde im Verfahren nicht bestätigt. Geplant ist die Notierung von Class-A-Aktien an der Nasdaq unter dem Kürzel ANT.
Für die Leser von Geekiki ist die Botschaft eindeutig: Das Rennen um modernste KI ist zu einem großen Teil ein Rennen um Chips, Energie und Rechenzentren geworden, die Jahre vor ihrer Nutzung vertraglich gesichert werden. Die Zahl von 895,4 Milliarden US-Dollar misst diese Wette, aber auch ihr Risiko: Sollte die Nachfrage nachlassen, könnte ein Teil dieser Verpflichtungen zwei Jahrzehnte lang belasten.
Bildnachweis: Anthropic-Logo, via Wikimedia Commons.
Quellen: Securities.io, Dealroom, RR TechPulse und Guide to Artificial Intelligence, zur Änderung Nr. 1 des Formulars S-1 von Anthropic, eingereicht am 2. November 2026 bei der SEC.
Transparenz: Dieser Artikel wurde mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt, auf der Grundlage öffentlicher Beiträge auf X und von Quellen aus dem Internet, und anhand der oben genannten Originalquellen geprüft. Die hier genannten Zahlen stammen aus dem von Anthropic bei der SEC eingereichten Dokument und aus der Berichterstattung darüber; konsultieren Sie die Originalquellen, um die Details zu bestätigen.
Muse